Jobst Krüger, Peter Michel, Thorsten Schmieden und Lennart Krotki starten als TLC YONEX tennis base durch

ov"Der TC RW Hangelar führte uns zusammen"

Die TLC YONEX tennis base betreut vier Vereine und über 1000 aktive Tennisspieler. Unsere Redaktion unterhielt sich mit den vier Trainern über deren Werdegang, sportliche Erfolge und Trainingsschwerpunkte    

MR: Ihr seid bereits ein eingespieltes Team und etliche Jahre im Tennisverband Mittelrhein tätig. Was waren Eure Trainer Stationen? Was sind Eure Heimatvereine?

TLC: Thorsten: Mein Heimatverein ist der THC Kronenburg-Wesseling, es folgten BW Siegburg, BTHV Bonn und RW Hangelar Lennart: Der TC Overath-Heiligenhaus ist mein Heimatverein bevor ich zum TC RW Hangelar wechselte. Peter: Station 1 war der TC Traunstein danach folgten der TC RW Hangelar, BW Köln, Lese GW Köln, CTC Cologne Tennis Club und schließlich wieder der TC RW Hangelar. Jobst: Mein Heimatverein war und ist der TC RW Hangelar bevor ich mit 18 Jahren mit Tennis aufhörte, denn die Leichtathletik rückte in meinen Fokus. Seit 1988 bin ich dann über den Kontakt zu Peter Michel wieder zum Tennis zurückgekehrt, damals zum CTC Cologne Tennis Club. Das war mein eigentlicher Einstieg als Tennistrainer. 1992 haben Peter, Wolfgang Herkenröther und ich das TLC Tennisleistungszentrum gegründet.

MR: Was waren die Highlights in Eurem Trainerleben? Gibt es bekannte Namen, die bei Euch trainiert haben?
TLC: Peter: Björn Phau und Tobias Clemens sind von mir ausgebildet worden. Auch Romy Kölzer ist von mir trainiert worden. 2011 bis 2015 waren wir mit unseren 1. Junioren (RW Hangelar) Mittelrheinmeister mit dem Sahnehäubchen 2014 NRW Meister. Nach einer tollen Tenniskarriere ist Björn Phau ja nun mein Kollege und arbeitet für den DTB. Thorsten: Ich habe die Damen bei SW Bonn in der 2. Bundesliga trainiert. Dabei waren u.a. Bianca Cremer, Katja Hörseljau oder Minou Samimi. Dazu habe ich die Herrenmannschaft GW Siegburg in der 2. Bundesliga betreut, eine tolle Zeit war das. Lennart: Als Jungspund in unserer Trainertruppe bin ich auch erst wenige Jahre dabei. Ich habe im Tennisleistungszentrum als Junior selber Training bekommen und betreue jetzt unsere spielstärksten Jugendlichen und Nachwuchscracks z.B. Leon Kaufmann (RW Hangelar), immerhin die Nr. 2 im TVM.
MR: Wieviel Vereine betreut Ihr heute? Welche Vereine sind das?
TLC: Wir betreuen insgesamt vier Vereine. Das sind der TC RW Hangelar, der TC RW Overath, der TC BW Menden und der 1. TC St. Augustin. Dazu betreiben wir unser eigenes Tennis Leistungszentrum auf unserer eigenen Vier Platz Außenanlage in Overath. D.h. wir betreuen über 1000 Tennisspieler.

MR: Haben diese Vereine unterschiedliche Profile?
TLC: Ja, kann man so sagen. In Hangelar definieren sich viele Mannschaft über den Leistungsbereich (drei Senioren Regionalliga-Mannschaften, Knaben- u. Junioren Oberliga). Die übrigen Vereine sind vorwiegend Freizeit- und Breitensport orientiert.
MR: Welche Schwerpunkte setzt Ihr in Eurer Trainerarbeit? Habt Ihr eine eigene Philosophie?
TLC: Wir legen Wert auf eine qualitativ hochwertige technische Ausbildung. Neben dem athletischen Bereich, der immer wichtiger wird, setzten wir einen Schwerpunkt auch auf mentale, individuelle Betreuung. Hierzu arbeiten wir immer wieder mit einem Profi Mental Coach zusammen.

Peter Michel: „Der junge Spieler ist zu früh ergebnisorientiert“

MR: Was hat Eure Tennisschule für mittelfristige Ziele? Was habt Ihr für langfristige Ziele?
TLC: Neben der Stabilisierung unserer aktuellen Trainingsstandorte, liegt uns in Zukunft die Erweiterung unseres Tennis Service Angebotes wie z.B. Leistungstraining mit anschließender College Teilnahme, Tennisreisen, Turnierangebote und Tennisshop am Herzen. Hierzu haben wir u.a. Lennart, der ein abgeschlossenes VWL Studium vorweisen kann, in unser Trainerteam integriert. Darüber hinaus arbeiten wir ab sofort als Standort der YONEX tennis base.

MR: Euer gesamtes Trainerteam verfügt über erstklassige Ausbildungen. Für wie wichtig erachtet Ihr Trainerlizenzen oder Hochschulausbildungen im täglichen Trainergeschäft?
TLC: Eine Trainerausbildung ist wichtig, aber nicht entscheidend. Ein guter Tennistrainer benötigt sogenannte soft skills, d.h., er muss sozial kompetent, engagiert, zuverlässig und leidenschaflich sein.

MR: Wenn auch der Breiten Tennissport wieder an Schwung gewinnt, die Talente, die Turniertennis betreiben oder gar auf die Tour möchten sind rar. Woran liegt das?
TLC: Die heutigen Nachwuchscracks sind größtenteils technisch nicht gut ausgebildet. Durch die vielen neuen Trainingsmöglichkeiten gerät die technische Grundausbildung zu kurz. Der gesellschaftliche Trend - schnell erfolgreich zu sein - steht einer nachhaltigen, langfristigen Entwicklung des jungen Sportlers im Weg. Peter: Der junge Spieler ist zu früh ergebnisorientiert und nicht entwicklungs- und spielorientiert.

MR: Vielen Dank für das Gespräch